Jetzt soll sie also kommen, die gesetzliche Regelung für Nichtrauchen/Rauchen in der Gastronomie.
Nach dem neuen Vorschlag von Frau Minister Andrea Kodolsky, müssen Gastwirte ab 1. Jänner eine räumliche Trennung vornehmen. Betriebe mit weniger als 75 Quadratmetern Fläche müssen sich dann entscheiden, ob sie zur Gänze Raucher oder Nichtraucherlokal sein möchten.
Die Wünsche der Gastronomie sind zum Teil erfüllt. So ist auch Fachgruppen-Obmann Andrew Nussbaumer mit diesem Vorschlag zufrieden. Lediglich die festgelegten 75 Quadratmeter missfallen, da Gaststätten bis zu dieser Größe oft nur über 1 Raum verfügen. Man hätte sich gewünscht, dass die Grenze bei 100 Quadratmetern gezogen wird. Ab dieser Größe verfügen die Lokale dann meist über 2 Räume.
Den kleinen Wirten bleibt aber überlassen für welche „Zielgruppe“ sie sich entscheiden. Das birgt die Möglichkeit sich zu profilieren und sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Es bleibt zu hoffen, dass sie die Chance erkennen. Ein Risiko als Nichtraucherlokal ist gering. Es darf vielen Rauchern zugestanden werden, dass Sie für 1-2 Stunden Lokalbesuches auf den Rauch verzichten können. Wer`s nicht mehr aushält kann sich immer noch vor die Türe stellen.
Die SPÖ hat sich schon gegen den Kodolsky Plan ausgesprochen und macht gegen die Raucher intensiv mobil. Sie fordert einen härteren Nichtraucherschutz indem Neubauten automatisch Nichtraucherlokale werden müssen und geht sogar so weit, höhere Abgaben für Raucherlokale zu fordern!?
Die Ärztekammer erachtet eine Kennzeichnung für Raucherlokale als sinnvoll, ähnlich den Warnhinweisen auf den Zigarettenpackungen. In Brüssel arbeitet man an einer Richtlinie, wonach an Arbeitsstätten generelles Rauchverbot gelten soll. Ob gekennzeichnete Raucherlokale nach dieser eventuell neuen EU-Richtlinie überhaupt noch Arbeitnehmer beschäftigen dürfen, sei allerdings eine andere Frage.
Verantwortungsvolle Wirte haben schon immer mit Nichtraucherzonen und gut funktionierender Lüftung aufgewartet. Die Nachfrage nach den rauchfreien Zonen hat Ihnen Recht gegeben. Trotzdem blieben sie in der Minderheit.
Es stellt sich natürlich die Frage, ob ein generelles Rauchverbot in allen öffentlichen Räumen (sämtliche Gastrobetriebe mitgerechnet) nicht klarer wäre und um vieles leichter durchsetzbar würde. Die Gäste müssten sich nicht von einer Deklarierung am Eingang vergewissern, es gäbe weniger Diskussionen und letztlich weniger Verstöße.
Wem schadet ein generelles Rauchverbot im Gastgewerbe?
Viele glauben nur der Tabakindustrie und dem Finanzminister wegen der entgangenen Steuern! Da aber Rauch und Gesundheit in engen Zusammenhang stehen, würde den Krankenkassen und den Betrieben viel Geld erspart bleiben durch weniger Krankheitsfälle.
Rauchen würde stärker als Luftverschmutzung bewusst werden. Es würde die soziale Akzeptanz sinken in der Öffentlichkeit zu Rauchen und die Verführung Jugendlicher würde erschwert. Nicht zuletzt würde den Rauchern ein weiterer Anreiz zum Aufhören geboten.
Wenn man allerdings beginnt legale Produkte zu begrenzen oder gar zu verbieten wird´s schwierig. Alles, was der Mehrheit nicht gefällt, wird davon betroffen: Man denke an Schweinebraten, schnelle Autos, Pelze, Alkohol, havy-metal-musik usw. Letztlich wäre es konsequent, das Angebot an Produkten und Dienstleistungen staatlich zu planen. Das hatte man in Deutschland schon mal mit Plankommission in der DDR und ist kläglich gescheitert.
Oft muss auch das Argument herhalten, wonach der Schutz für Mitarbeitern in Lokalen verbessert werde solle. Sind denn die Kellner/innen, und Barkeeper/innen wirklich so schutzbedürftig, oder haben Sie nicht auch die Freiheit und Möglichkeit sich künftig Ihren Arbeitsplatz auch nach dem Kriterium „Rauch“ zu wählen.
Und was machen unsere Landesnachbarn?
In Bayern stimmte der Landtag kürzlich für ein generelles Rauchverbot in Schulen, Kinos, Museen, Bibliotheken, Theater, Vereinsräume und der gesamten Gastronomie inklusive der Nebenräume. Auf dem Münchner Oktoberfest ist damit das Rauchen im nächsten Jahr erstmals in seiner fast 200-jährigen Geschichte verboten.
Ausnahmen: Biergärten, Freiflächen von Wirtshäusern und geschlossene Gesellschaften “Es geht nicht ums Gängeln von Erwachsenen”, sagte Thomas Zimmermann CSU “Es geht uns um den Schutz der Menschen, die nicht rauchen wollen und die, die nicht mitrauchen wollen. Kathrin Sonnenholzner von der SPD meint: “Rauchen ist die viertgrößte Todesursache” „Bürger vor Todesgefahren zu schützen, sei eine staatliche Aufgabe”.
Die Regelungen in den übrigen Bundesländern unterscheiden sich zum Teil beträchtlich. Und erst recht in der übrigen EU. Wer reist sollte sich vorher informieren. Eine ausführliche Auflistung findet man auf der Homepage des ÖAMTC.
Gottfried Knörnschild auf NetzPartner.at Unternehmenshilfe für Gastronomie
(Fotoquelle: www.tu-darmstadt.de)
5 Kommentare
war vorgestern in Meran, in einem Restaurant. Einfach super, wenn niemand raucht. Hätte nie gedacht, dass die Italiener so etwas zusammenbringen. Wenn die das können, sollte es in Österreich eigentlich auch möglich sein. Derzeit sieht es aber eher nach einem faulen Kompromiss aus, typisch österreichisch, wie immer
… selbst als Raucher ist mir der blaue Dunst teilweise unangenehm … dennoch finde ich gesetzliche Regelungen zu diesem Thema übertrieben…. raucher sollten rücksichtsvoll sein … nichtraucher nicht übertrieben zickig … eine gesetzliche Regelung betreffend Händewaschen nach dem Toilettengang würde ich sinnvoller erachten …. da gibt es sicher auch Doktoren und Statistiken die aussagen dass kleine Kinder früher an den folgen der unhygienischen gesellschaft sterben ….. .. die “Masse” wird von der Krone gedrillt … und wenn die Ausländer-feindschaft schon nicht mehr so angesagt ist … dann suchen wir uns halt was neues ….. jetz sind mal die Raucher drannn …
jeder soll rauchen wenn er will, aber bitte nicht, wenn dabei die Gesundheit anderer gefährtdet wird!
Man muss sich schon seeeehr anstrengen, um überhaupt ein Nichtraucherlokal zu finden. Eine Liste mit über 180 Lokalen gibts hier: http://www.nichtraucherlokale.net
Aber so richtig befriedigend ist diese Aufstellung auch nicht. Es gibt kaum richtige Beisln/Pubs/Bierlokale zum Ausgehen darauf zu finden. Eher Fastfood und Eisdielen. Das Angebot für Nichtraucher ist in Österreich zur Zeit noch ziemlich bescheiden…
Ich habe die letzten 3 Jahre in Irland gewohnt und bin vor 3 Monaten wieder nach AT gezogen- ich muss sagen, es fällt mir wirklich schwer mich wieder daran gewöhnen zu müssen, dass beim Essen bzw. bei einem gemütlichen Beisammensitzen der Rauch anderer herumweht. Einziger Kompromiss ist, nicht auszugehen. Doch was bleibt mir schon übrig, um Leute kennenzulernen, muss man ein bisschen raus gehen. Auch wenn man dann stinkt, die Augen brennen und die Stimme am nächsten Tag angekrazt ist. Wie die Raucher so sagen würden: Stell dich nicht so an, ist halt so bei uns!